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Version III / 03.2008

 
 
 
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Wie entsteht ein Schützenzug? Wie kann man nur in einer Uniform rumrennen?

Diese und andere Fragen sind hinfällig, wenn man eine traditionelle Entstehungsgeschichte eines Schützenzuges nach 35 Jahren der Zusammengehörigkeit betrachtet.

 

Bei den meisten Jungs beginnt es schon im Kindesalter in den Beinen zu zucken, wenn die Musik zu Schützenfest mit „Rumtata“ an einem vorbei zieht. Da will Mann (Entschuldigung: man) dabei sein, mitmachen. Klar, zunächst nur bei den Kleinen, den „Edelnaben“. Aber was man da schon alles lernt: marschieren. „Achtung! Augen rechts!“ Und der Schützenkönig sieht mich. Ich will auch einmal Schützenkönig sein.

Aber zunächst reicht es nur zum Edelknabenkönig. Immerhin 5 von uns erlangen diese Würde.

 

Aus dem Edelknabenalter herausgewachsen, mit ein paar Gleichaltrigen den Schülerschützenzug gegründet, weiter geht es mit gemeinsamen Aktivitäten und Schießübungen. Man sieht sich ja nicht nur Schützenfest. Wir gehen ja auch gemeinsam zur Schule. Und sind Messdiener. Einige jedenfalls. Aus den Schülerschützen werden Jungschützen. Das Schießen klappt immer besser: Schülerprinzen und Prinzen der Bruderschaft gehen aus unseren Reihen hervor: 6 Schülerprinzen und 2 Prinzen können die seinerzeitigen Jungs aus unseren Reihen stellen.

 

Irgendwann fühlt man sich als Jugendlicher zu alt, um nur Jungschütze zu sein. Man will zeigen, wer man ist: der Jägerzug gründet sich 1978 aus dem Jungschützenzug heraus. Wir sind der 13. Jägerzug in der Bruderschaft. Anders konnte man diesen Zug mehrere Jahre nicht nennen: „Die wilde 13“,  „Greenhorns“, „Ahle Jecke“, „Stets dabei“, „Bis zum letzten Schuss“. Das waren nicht die überzeugenden Namen. Erst 1982 findet man schließlich den richtigen Namen, getreu dem Motto „nomen est omen“ nennt man sich „Immer op Zack“.

 

Handwerkliches Geschick ist gefragt. Beim Bau unserer 8 Großfackeln, die beim Fackelzug am Schützenfest-Samstag mitgeführt werden. Themen aus dem Dorfgeschehen werden aufbereitet. Zur Freude der Betrachter sind es meistens kritische Themen, humorvoll dargestellt. Was keiner sieht: „Technik, die begeistert...“ Besonders durchschnittlich 100 Meter Kabel je Fackel.

 

Mittlerweile reifen die eigenen Kinder heran. Und bei einigen wird der Schützenbazillus vererbt. Kein Wunder: die vielen schönen Ausflüge mit (und auch ohne) Kinder hinterlassen bleibende Eindrücke. Wir sind eine Gemeinschaft. Das ganze Jahr über. Und das jetzt über 35 Jahre lang. Auch wenn Wasserschlachten auf der Niers dies nicht immer vermuten lassen.

 

Was der Zugführer mit Leichtigkeit schafft, nämlich beim Vogelschießen das Holz von der Stange zu holen, schaffen auch andere Männer des Zuges. Sie erlangen den Titel des Schützenkönigs. Derer sind es nun schon sechs. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Denn der Nächste steht schon in den Startlöschern. Wie schön, dass auch unsere Frauen die Bürde des Amtes mittragen. „Ich will auch einmal Schützenkönig sein“ (siehe oben).

 

Wie oft durchhallt unser Schlachtruf “Immer op Zack“ die Festsäle,  bei Geburtstagen, Polterabenden, Hochzeiten, oder beim Kellnern zu Karneval.

Ich würde es vermissen. Wir können uns dankbar sein!